Es gibt eine Reihe von verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Medikamenten, die zu erektiler Dysfunktion führen können. Heute zählen Antibiotika zu den weltweit am häufigsten verschriebenen Medikamenten, mit dreizehn Prozent Marktanteil bilden sie den größten Einzelbereich nach der gesamten Erfassung unseres Arzneimittelverbrauchs. Zur Behandlung einer Erektionsstörung stehen heute ein großaufgebot von moderne Alternativen zur Verfügung. Es gibt mehr heute bekannten Antibiotika leiten sich von Naturstoffen ab. Neben der Weiterentwicklung bekannter Substanzklassen mit bekannten Wirkprinzipien, die den Großteil der in den letzten Jahrzehnten erfolgten Markteinführungen ausmachen, wird auch die Entwicklung von Substanzen mit neuartigen Angriffspunkten als erforderlich angesehen. Durch verschiedene Anpassungsprozesse gelingt es Mikroorganismen, eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Antibiotika aufzubauen, die dann zu einem Wirkverlust dieser Substanzen führt. Daneben werden auch durch direkten Stoffeintrag Antibiotika selbst in die Umwelt eingetragen. ↑ I. Feuerpfeil, J. López-Pila, R. Schmidt, E. Schneider, R. Szewzyk: Antibiotikaresistente Bakterien und Antibiotika in der Umwelt.

↑ L. L. Ling, T. Schneider, A. J. Peoples et al.: A new antibiotic kills pathogens without detectable resistance. ↑ Magdalena Schmude: WHO-Liste – Welche Antibiotika nur wenig eingesetzt werden sollten. ↑ George G Zhanel, Michael Walters, Ayman Noreddin et al.: The ketolides: a critical review. ↑ Franz von Nussbaum, Michael Brands, Berthold Hinzen, Stefan Weigand, Dieter Häbich: Antibakterielle Naturstoffe in der medizinischen Chemie – Exodus oder Renaissance? ↑ Neue Antibiotika: Bakterien ohne Schutzschild. ↑ Carl Llor, Lars Bjerrum: Antimicrobial resistance: risk associated with antibiotic overuse and initiatives to reduce the problem. Sie sollen das Problem der bakteriellen Resistenz gegen Tetracyclin überwinden. Die Resistenz gegen diese Antibiotika wird durch Dimethylierung in der 23S r20-RNA des Nukleotids A2058 am ribosomalen Übergang induziert. Das Bakterium wird auf einem Medium vermehrt, welches das entsprechende Antibiotikum enthält. Hinterher Antibiotikum wurde dann 1935 das von Gerhard Domagk entdeckte Sulfonamid auf den Markt gebracht. ↑ Neues Antibiotikum gegen multiresistente Keime entdeckt. Mittlerweile treten zunehmend multiresistente Bakterien auf (siehe MRSA).

Unzertrennlich Modell aus infiziertem Mausgewebe vermochte sie die Keimzahl eines multiresistenten Krankenhauskeims Staphylococcus aureus (MRSA) deutlich zu reduzieren. Sie fanden heraus, dass eine nach einem darin erwähnten Rezept angefertigte Augensalbe in vitro eine bakterizide Wirkung gegenüber dem Bakterium Staphylococcus aureus zeigte. Allerdings war es gegen einige andere Keime wie beispielsweise Staphylococcus aureus weniger wirksam. Eine weitere Gruppe untern neuartigen Antibiotika sind die gegen gramnegative Keime wirksamen Outer Membrane Protein Targeting Antibiotics (abgekürzt „Ompta“). Weil die Membran nicht länger gebildet werden kann, sterben die Keime ab. Die Transportmechanismen werden hier gestört, weshalb für die Zellfunktion schädliche Stoffe nicht länger ausgefiltert werden. Führende Experten bei der Antibiotikaforschung bewerten die Situation als äußert alarmierend und warnen vor schwerwiegenden zukünftigen Folgen, so einem starken Anstieg von Todesfällen aufgrund nimmer behandelbarer Infektionen. Zusammen eingesetzt (typischerweise in 70:30-Mischung), zeigt sich ein bakterizider Synergismus, der aufgrund einer Konformationsänderung der 50S-Untereinheit nach Bindung von A-Streptograminen die Aktivität von B-Streptograminen vervielfacht.

Der Einsatz von Antibiotika bei Virusinfektionen und Entzündungen der oberen Atemwege oder beispielsweise der Nasennebenhöhlen ist aufgrund der Wirkungslosigkeit von Antibiotika gegenüber Viren weitgehend sinnlos (eine Ausnahme ist die Forschungschemikalie Feglymycin) und kann verstärkt zur Resistenzentwicklung von Bakterien beitragen. Die lose hängende Haut kann zu Bewegungseinschränkungen führen, aber auch zu hygienischen Problemen, sowie Rötungen und Entzündungen in den Hautumschlagfalten. Menschen erhalten Folsäure aus ihrer Nahrung, aber Bakterien müssen sie synthetisieren. Für Infektionen mit anderen Mikroorganismen existieren, auch begrifflich, abgegrenzte Wirkstoffgruppen: Virostatika bei Viren, Antimykotika bei Pilzen, Antiprotozoika bei Protozoen und Anthelminthika bei Würmern. Diese wirken bakterizid, indem sie bei suszeptiblen Erregern (obligat anaerobe Bakterien, bestimmte Protozoen) DNA-Strangabbrüche bewirken. Antibiotika werden als natürliche Sekundärmetabolite von Bakterien, Pilzen und höheren Organismen (z.B. Sie interagieren mit Bestandteilen der Außenmembran gramnegativer Bakterien, indem sie einerseits an fettähnliche Membrankomponenten binden und andererseits an das Membranprotein BamA. Beide binden fast P-Stelle der 50S-Untereinheit des Ribosoms und hemmen so die Elongation der Proteinsynthese. Epoxid-Antibiotika sind irreversible Hemmstoffe des Enzyms MurA (UDP-N-Acetylglucosamin-enolpyruvyl-transferase). Ansamycine (wichtigste Untergruppe sind die Rifamycine) wirken durch irreversible Bindung ein bisschen weniger Beta-Untereinheit der prokaryotischen DNA-abhängigen RNA-Polymerase. Laut Untergruppe tritt der antibiotische Effekt durch Porenbildung im Erreger, durch Blockade der Zellwandsynthese (bei Pilzen) oder durch Hemmung der Proteinbiosynthese ein.