Wenn man auch mit Menschen spricht über die Situation sagen alle, dass sie Angst haben, dass die Angst inzwischen allgegenwärtig ist. Türkei/Rumänien 2021, Regie: Ferit Karahan. Karahan gelingt es, einen Spannungsbogen zu halten, der sich erzählerisch nicht nur auf die Unterdrückung von Kreativität und Unabhängigkeit beschränkt, sondern mählich das System rein entlarvt. Heißt ehrlich gesagt: Leonardo Bonucci soll mit seinen Kollegen die Abwehr abermals dicht halten, während mit Antreiber Leonardo Spinazzola oder Trickser Lorenzo Insigne die Flügel beackert werden sollen. Dahinter steht offenbar die Sorge, Marine Le Pen könnte die Präsidentenwahl gewinnen – und seinen Nachfolger ernennen. Rücktritt aus Angst vor einer Präsidentin Le Pen? Sie löste ein Gefühl der „Unsicherheit, Ratlosigkeit und Hilfslosigkeit“ aus und führte keine Gelegenheit auslassen zu Gewaltexzessen. Falls es eine spezifisch deutsche Angst geben sollte, so erscheint es zumindest wahrscheinlich, dass diese Besonderheit auf Erfahrungen von Diktatur, Krieg und Holocaust fußt – sei es, weil vielfach dafür gestritten wurde, dass Krieg und Genozid in Deutschland „nie wieder“ passieren dürfen (wie im Fall des Protests gegen die Wiederbewaffnung); sei es, weil einige Gruppen in Debatten in Bezug auf die NS-Erinnerung das Gefühl haben, ihre – tatsächlich nie in Frage gestellte – Meinungsfreiheit einklagen zu müssen (wie im Fall der Angst vor Immigration); sei es, weil die Angst vor Überwachung ganz gleich die Angst vor einem (zu) starken Staat ist. Sie macht diesen Journalismus erst möglich. Einen Ellenbogengruss macht er soeben knapp.» Fast schon absurd werde es beim Einkaufen: «Er fährt meine Mutter zum Supermarkt, bleibt aber durchgehend im Auto sitzen, mit Maske, und wartet auf sie.

Präsident Jair Bolsonaro, der der Ausrichtung sofort zugestimmt hatte, kommt das Turnier gerade recht. Die Situation im durch die Armee befreiten Polen war durch eine kollektive Angst vor einer unbekannten Zukunft geprägt, die ihren Ursprung in den traumatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges hatte, wie Marcin Zaremba unzertrennlich interessanten und hervorragend recherchierten Buch zeigt. Neben Saufgelagen und dem Stehlen von Alltagsgegenständen, vergewaltigten sie massenweise Frauen, was viele als eine Belohnung für ihren Kriegseinsatz verstanden (S. 131-133). Die Angst vorn mordenden ukrainischen Nationalisten zwang bereits 1943 und 1944 etwa 200.000 bis 300.000 Polen Wolhynien und Ostgalizien zu verlassen (S. 118). Bettler, Landstreicher und demobilisierte Soldaten – darunter viele Kriegsinvaliden – prägten das Bild der Städte. Wenn Sie etwas online kaufen, können Sie der Marke versehentlich die Zustimmen, Ihnen weiteres Werbematerial zu schicken, oder ein Unternehmen hat Ihre E-Mail-ID als Teil einer Liste verkauft und damit den Weg für Spammer geebnet. Der Rest soll durch höhere Zusatzbeiträge aufgefangen werden. Diese sollen angeben, wovor wir im Jahre 2030 am meisten Angst haben werden. Er führte dazu, dass jüdische Studenten in Vorkriegspolen ausgegrenzt und nichts unversucht lassen verprügelt wurden, er spielte eine wichtige rolle bei der Kollaboration im Zweiten Weltkrieg und er mobilisierte Massen nach dem Rückzug der Deutschen zu weiteren Gewalttaten gegen Überlebende des Holocaust. Einige gingen sogar davon aus, dass der Holocaust nach dem Rückzug der Deutschen in Polen keinesfalls vorbei sei (S. 427). Gleichzeitig war es in einigen Regionen Polens gefährlich, in der Öffentlichkeit Deutsch zu sprechen, wovor ebenso Primo Levi nach seiner Befreiung aus Ausschwitz gewarnt wurde.

Gleichzeitig waren die neu erlernten Verhaltensweisen – Maske, Distanz, sozialer Rückzug – wohl auch eine Art sicherer Anker in dieser Zeit maximaler Verunsicherung. Die Art Direktion teilten sich Gottfried Moritz und Max Simon. Durch eine scharfsinnige Analyse der kulturellen, politischen und sozialen Prozesse zeichnet er ein vielschichtiges Porträt einer entwurzelten Gesellschaft und konzeptualisiert viele der bisher geltenden Befunde neu. Er zeigt, dass die Angst ein Schlüsselfaktor zum Verständnis der damaligen Prozesse ist, wobei aber seine Auseinandersetzung mit Antisemitismus und der antijüdischen Gewalt nicht vollständig überzeugt. Was für die eine nicht groß genug ist, ist für die andere gerade richtig. Und ihre Mutter sagt wirklich, dass es so absurd ist, dass sie eigentlich auch nimmer weiterweiß. Bloss geht es hier nicht länger um politische Differenzen, sondern approximativ Ängste und Bedürfnisse jedes Einzelnen: Die eine sehnt sich jetzt nach sozialen Kontakten, für den anderen steht Sicherheit über allem. Die Abbautiefe der 400 000 Tonnen entspräche genau der Höhe ihrer Wohnhäuser, schreiben sie. Vor den Augen ihrer Nachbarn und vermehrt mit ihrer Zustimmung ermordeten die Nationalsozialisten 90 Prozent der polnischen Juden, verfolgten und ermordeten einen Teil der polnischen Elite, schickten etwa zwei Millionen polnischer Bürger zur Zwangsarbeit nach Deutschland, verübten unzählige Kriegsverbrechen an polnischen Zivilisten, brannten gesamte Dörfer ab und zogen Tausende von Polen in verschiedenste Formen der Kollaboration hinein.

Für uns waren diese zwei Wochen die Hölle. Davor erreichte es fast zwei Drittel der belarussischen Internetuser. Da wo der Mangel verwaltet wird, ist Kleptokratie symptomatisch. Häufig besteht während und nach der Schwangerschaft ein Mangel von Omega-3-Fettsäuren. Als das soziale Leben während der Pandemie eingefroren war, wurde oft über die «Fear of Missing Out», kurz Fomo, gesprochen – also die Furcht, eine Kleinigkeit zu verpassen: Partys, Konzerte, Geselligkeit. Der sowjetische Sicherheitsapparat verhaftete und deportierte nicht allenfalls noch Offiziere der Heimatarmee als die Deutschen im Krieg erschossen hatten, sondern er ging auch gegen ihre Familien in der Art von der kollektiven Verantwortung vor. Der französische Generalstabschef geht auf eigenen Wunsch früher als geplant in den Ruhestand. Nun soll auch die Zahl der aus dem Ausland kommenden Offiziellen, Mitarbeiter und Journalisten noch weiter reduziert werden. Ein solcher Fokus hätte es zudem ermöglicht, das spezifisch Deutsche am Umgang mit einem Thema wie Migration herauszustellen, nämlich die – wohl berechtigtere – Angst vor einem Wiedererstarken rechter Strukturen. Nach Informationen von Asahi Shimbun wird das Thema Zulassung inländischer Zuschauer von den Verantwortlichen in Japan kontrovers diskutiert.